Die Region zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg bietet außerdem gute Unterkunftsmöglichkeiten und viele Restaurants, und stellt somit auch ein populäres Urlaubsziel dar.
Die schönsten Kletterrouten Deutschlands
Das Frankenjura, gelegen in der Fränkischen Schweiz, bietet ca. 8.000 Kletterrouten und bietet somit Herausforderung und große Erlebnisse sowohl für Neueinsteiger als auch für erfahrene Kletterer. Viele bekannte Routen stehen zur Auswahl – wie wäre es z. B. mit Sautanz, Magnet, Stonelove oder Wallstreet? Die Route Action Direct gilt als eine der schwierigsten der Welt und ist nichts für Anfänger – es gibt aber auch stille Ecken, die sich für Familien und Anfänger eignen.

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Kennzeichnend für die Routen im Frankenjura sind die vielen Risse, Überhänge und Fingerlöcher, die für Spannung und Herausforderungen sorgen. Besonders schön sind auch die Ausblicke, die man beim Klettern genießen kann – jetzt im Herbst ist der Wald mit seinen goldenen Farben besonders schön.
Bayern, mit seiner beeindruckenden Alpenlandschaft und vielfältigen Gebirgszügen, zählt zu den beliebtesten Regionen Deutschlands für Kletterer und Bergsteiger. Die Kombination aus atemberaubender Natur, gut erschlossenen Routen und einer großen Auswahl an Schwierigkeitsgraden macht Bayern zu einem Paradies für Outdoor-Enthusiasten aller Erfahrungsstufen. Im Folgenden werden einige der bekanntesten und meistbesuchten Kletter- und Bergsteigergebiete in Bayern detailliert vorgestellt.
Die Bayerischen Alpen – Ein Eldorado für Bergsteiger
Die Bayerischen Alpen erstrecken sich entlang der südlichen Grenze Bayerns zu Österreich und bieten zahlreiche Gipfel über 2.000 Meter Höhe. Besonders beliebt sind die Berchtesgadener Alpen, das Wettersteingebirge sowie die Ammergauer Alpen.
Berchtesgadener Alpen: Dieses Gebiet ist berühmt für den Watzmann, mit 2.713 Metern einer der höchsten Berge Deutschlands. Der Watzmann ist ein Klassiker unter ambitionierten Bergsteigern und bietet anspruchsvolle Anstiege sowie abwechslungsreiche Kletterrouten durch Felswände und Grate. Auch die Hochkalter-Gruppe lockt mit felsigen Herausforderungen.
Wettersteingebirge: Bekannt vor allem durch die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands (2.962 m). Hier finden sich neben dem berühmten Jubiläumsgrat zahlreiche alpine Kletterrouten verschiedenster Schwierigkeitsgrade. Via Ferrata-Routen (Klettersteige) sind ebenfalls weit verbreitet, was das Gebiet auch für weniger erfahrene Alpinisten attraktiv macht.
Ammergauer Alpen: Diese Region zeichnet sich durch ihre malerische Landschaft aus. Besonders hervorzuheben sind hier der Säuling oder das Ettaler Manndl mit familienfreundlichen bis mittelschweren Routen.
Das Frankenjura – Europas größtes Sportklettergebiet
Das Frankenjura liegt nördlich von Nürnberg im fränkischen Teil Bayerns und gilt als eines der weltweit bedeutendsten Sportklettergebiete. Charakteristisch sind seine zahlreichen Kalkfelsformationen mit tausenden von Routen unterschiedlichster Schwierigkeit.
- Besonderheiten: Über 10.000 Kletterrouten gibt es im Frankenjura, darunter viele Weltklasse-Routen im Gradbereich 7 bis 11 UIAA (etwa 6a bis 8b+ französisch). Zahlreiche bekannte Erstbegehungen stammen von renommierten Klettersportlern wie Alexander Megos oder Stefan Glowacz.
- Beliebte Sektoren: Pottenstein ist das Zentrum des Frankenjuras mit unzähligen Klettermöglichkeiten rund um den Ort; weitere wichtige Spots sind Gößweinstein, Tüchersfeld oder Muggendorf.
Das Karwendelgebirge – Wilder Charme auf bayerischer Seite
Das Karwendel erstreckt sich größtenteils in Tirol/Österreich, jedoch liegen auch Teile davon auf bayerischem Boden nahe Mittenwald und Wallgau. Es ist geprägt von wilden Felsmassiven, tiefen Schluchten und alpinen Steilwänden.
- Klettern im Karwendel bedeutet oft hochalpine Bedingungen mit teils langen Zustiegen. Die Region eignet sich besonders für erfahrene Bergsteiger, die technische Mehrseillängenrouten suchen.
- Bekannte Routen befinden sich am Laliderer Turm oder an der Pleisenspitze; zudem gibt es einige spektakuläre Klettersteige wie etwa den Brudertunnel-Klettersteig.
Das Allgäuer Alpenvorland – Sanfte Hügel trifft auf Felsenparadiese
Im Übergangsbereich zwischen Voralpenland und Hochalpen bieten das Allgäu sowie angrenzende Regionen einige attraktive Möglichkeiten zum Sportklettern und leichten Bergsteigen.
- Besonders erwähnenswert sind die Felsformationen bei Oberstdorf oder am Grünten, dem „Wächter des Allgäus“. Dort finden sich sowohl einfache Wanderwege als auch anspruchsvollere Klettergärten.
- Für Familien geeignet sind viele Übungsfelsen sowie kinderfreundliche Touren rund um Füssen oder Pfronten.
Weitere interessante Gebiete in Bayern
- Steinwald: Im Nordosten Bayerns gelegen, bietet dieses Mittelgebirge ruhige Naturerlebnisse kombiniert mit guten Klettermöglichkeiten an Granitfelsen.
- Höllengebirge bei Bad Reichenhall: Klein aber fein – ideal für Tagestouren oder als Trainingsgebiet vor größeren Projekten in den Alpen.
- Chiemgau: Neben Wandern und Skifahren kann man hier auch kleinere alpine Touren unternehmen; beispielsweise am Kampenwand-Massiv findet man diverse sportliche Aufstiegsrouten.
Schwierigkeitsgrade und Routenarten
Beim Klettern in Bayern begegnet man einer Vielzahl von Schwierigkeitsgraden und Routenarten, die sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Kletterer geeignet sind. Die Schwierigkeitsgrade werden meist nach dem französischen System oder dem UIAA-System angegeben. Leichte Routen beginnen etwa bei 3 bis 4 UIAA bzw. 4a bis 5c französisch, während anspruchsvolle Touren bis hin zu 9a+ reichen können.
In Bayern finden sich verschiedene Routenarten wie Sportklettern an gut gesicherten Platten und Wänden, Trad-Klettern mit selbst gelegtem Schutz sowie Mehrseillängenrouten, die längere Ausdauer erfordern. Besonders beliebt sind Gebiete wie der Frankenjura mit seinen Kalkfelswänden oder das Berchtesgadener Land mit alpinen Herausforderungen. Durch diese Vielfalt ist Bayern ein attraktives Ziel für Kletterer aller Leistungsstufen.
Sportklettern vs. Trad-Klettern
Sportklettern und Trad-Klettern sind zwei unterschiedliche Disziplinen des Kletterns, die jeweils eigene Herausforderungen und Reize bieten. Beim Sportklettern stehen bereits gesetzte Bohrhaken zur Verfügung, an denen man sich mit Expressschlingen sichern kann. Dies ermöglicht es, sich voll auf die Bewegungen und Technik zu konzentrieren, da das Absichern vergleichsweise sicher und schnell erfolgt. Sportklettern ist häufig in Hallen oder an gut abgesicherten Felswänden möglich und eignet sich besonders für Anfänger sowie für Wettkämpfe.

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Das Trad-Klettern hingegen erfordert das Setzen eigener Sicherungen wie Klemmkeile oder Friends in natürliche Risse und Spalten der Felswand. Diese Form des Kletterns verlangt mehr Erfahrung, da der Kletterer selbst für seine Sicherheit verantwortlich ist und die Qualität der Sicherung entscheidend sein kann. Trad-Routen sind oft weniger erschlossen und bieten ein intensiveres Naturerlebnis sowie eine größere Vielfalt an Felsen und Linien.
Während Sportklettern durch standardisierte Absicherung schneller zugänglich ist, bietet Trad-Klettern eine tiefere Verbindung zur Natur und mehr Abenteuercharakter. Beide Formen ergänzen sich hervorragend und sprechen unterschiedliche Vorlieben innerhalb der Klettergemeinschaft an.
Hochtouren und Gletscherbegehungen
Hochtouren und Gletscherbegehungen zählen zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Bergsteigen. Sie erfordern nicht nur eine hervorragende körperliche Fitness, sondern auch fundierte Kenntnisse in Technik, Wetterkunde und Sicherheit. Beim Begehen von Gletschern ist der Umgang mit Steigeisen, Eispickel und Seil unverzichtbar, um Spaltenstürze zu vermeiden oder zu sichern. Zudem sind das richtige Einschätzen von Lawinengefahr und die Kenntnis der aktuellen Verhältnisse entscheidend für eine erfolgreiche Tour. Hochtouren führen oft über steile Schneefelder, Firnflanken und Felsabschnitte bis hinauf auf alpine Gipfel – ein Erlebnis, das neben sportlicher Herausforderung auch tiefe Naturerlebnisse bietet. Eine sorgfältige Planung sowie Erfahrung und Respekt vor den Gefahren des Hochgebirges sind Grundvoraussetzungen für sicheres Bergsteigen in diesen Bereichen.
Sicherheitsaspekte und Ausrüstung
Klettern ist eine anspruchsvolle Sportart, bei der Sicherheit oberste Priorität hat. Um Unfälle zu vermeiden, sind verschiedene Sicherheitsaspekte zu beachten. Dazu gehört das richtige Verhalten am Fels oder in der Halle sowie die sorgfältige Kontrolle der Ausrüstung vor jedem Aufstieg.
Notwendige Ausrüstung

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Beim Klettern darf man natürlich nicht auf die passende Ausrüstung verzichten, denn bei dieser Sportart hat die Sicherheit höchste Priorität. Als Anfänger ist es außerdem erforderlich, an Kursen teilzunehmen, bei denen die besondere Technik und Sicherheitsfragen behandelt werden, bevor man sich auf eigene Faust in die Höhe bewegt. Wenn man von erfahrenen Kletterern instruiert wird, kann die Ausrüstung meistens gemietet werden – möchte man seine eigene Ausrüstung, kann man im Fachgeschäft oder im Internet stöbern und sich von Zuhause aus zusammensuchen, was man braucht. Darüber hinaus gibt es einiges Weitere zu beachten:
- Wichtig ist vor allem das Sicherungsgerät. Hier gibt es viele unterschiedliche Produkte, deren Bremswirkungen sich sehr stark unterscheiden. Unbedingt sollte man sich Zeit nehmen, um das Gerät kennenzulernen.
- Auch ein Hüftsitzgurt ist unentbehrlich. Dieser muss über dem Beckenknochen liegen, und eine Hand muss an den Beinschlaufen hineinpassen, wenn man den Gurt trägt. Der Sitz muss sich angenehm anfühlen und darf nicht zu eng sein.
- Kletterschuhe müssen rutschfest sein und eng sitzen. Die Füße müssen jedoch immer noch beweglich sein und dürfen nicht wehtun.
- Seil und Karabiner gibt es in vielen unterschiedlichen Ausformungen. Beides sollte aber von guter Qualität sein, weil sie für die Sicherheit entscheidend sind.
- Helm – schützt den Kopf vor herabfallenden Steinen oder Stößen.
- Karabiner – verbinden verschiedene Ausrüstungsgegenstände sicher miteinander.
- Chalkbag mit Magnesia – verhindert schwitzige Hände und verbessert den Griff.
- Seil – dynamisches Kletterseil für Sturzabsorption und Sicherheit.
- Express-Sets – dienen zum Einhängen in Zwischensicherungen beim Vorstieg.
- Bandschlingen und Prusikschlingen – vielseitig einsetzbar zur Sicherung und Selbstrettung.
- Erste-Hilfe-Set – wichtig für kleinere Verletzungen unterwegs.
Wetterbedingungen und Gefahrenbewusstsein
Beim Klettern sind Wetterbedingungen von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit und den Erfolg der Tour. Regen, Schnee oder starke Winde können nicht nur die Griffigkeit der Felsen beeinträchtigen, sondern auch das Risiko von Unfällen erheblich erhöhen. Nasse Oberflächen werden rutschig, und plötzliche Wetterumschwünge können zu Unterkühlung oder Erschöpfung führen. Daher ist es unerlässlich, vor dem Aufstieg eine genaue Wettervorhersage einzuholen und die Route entsprechend zu planen.
Gefahrenbewusstsein spielt ebenfalls eine zentrale Rolle beim Klettern. Kletterer sollten stets ihre Ausrüstung überprüfen, potenzielle Gefahrenstellen erkennen und sich ihrer eigenen Grenzen bewusst sein. Ein umsichtiges Verhalten und das Beachten von Sicherheitsregeln wie das Sichern mit Seilen oder Helmen minimieren das Unfallrisiko deutlich. Besonders bei wechselhaften Wetterlagen ist erhöhte Vorsicht geboten – im Zweifelsfall sollte der Aufstieg verschoben werden, um Gefahren zu vermeiden.




